81. ordentliche Hauptversammlung

29.05.2020

Trotz fortgesetzter Niederlagenserie vor den Gerichten: UniCredit setzte bei BKS Bank-Hauptversammlung weiter auf Destruktion.

BKS Bank-Zentrale (Foto: Gernot Gleiss)

BKS Bank-Zentrale (Foto: Gernot Gleiss)

In den letzten Monaten hat die UniCredit Bank Austria in ihrem Versuch, im Wege einer feindlichen Übernahme die Kontrolle über die BKS Bank bzw. über die 3 Banken Gruppe zu erlangen, eine wahre Kaskade an Gerichtsprozessen durch ganz Österreich aufgezogen. Allerdings konnte der italienische Bankenkonzern bis heute in keinem einzigen dieser Verfahren einen juristischen Erfolg für sich verbuchen. Zuletzt wies das Oberlandesgericht Innsbruck einen UniCredit-Antrag auf Sonderprüfung in 2. Instanz zur Gänze ab, unterband ordentliche Rechtsmittel an den OGH und verurteilte die UniCredit zur Tragung der Verfahrenskosten.

All diesen unmissverständlichen Gerichtsentscheiden zum Trotz, setzte die UniCredit bei der heutigen Hauptversammlung der BKS Bank erneut auf Destruktion und brachte eine Reihe von abermals völlig absurden und uferlosen Prüfanträgen ein. Als bisheriger negativer Höhepunkt und einzigartig in Österreichs Bankengeschichte wurden nun auch den Vorständen der BKS Bank Schadenersatzklagen angekündigt.

„Die Streitsucht der UniCredit hat damit einen neuen und beschämenden Höhepunkt erreicht. Vorstände wider besseres Wissen mit Klagen persönlich anzugreifen, ist ein beispielloser Tabubruch in der heimischen Bankenlandschaft. Der Vorstandsvorsitzende der Bank Austria, Robert Zadrazil hat damit eine rote Linie überschritten“, so Herta Stockbauer, Vorstandsvorsitzende der BKS Bank.

Wie bereits bei der Hauptversammlung der Oberbank in der Vorwoche in Linz, haben auch die Aktionäre der BKS Bank allen UniCredit-Anträgen auf Sonderprüfung eine klare Abfuhr erteilt. Insgesamt zeigte sich Stockbauer überzeugt, dass auch dieser juristische und leicht durchschaubare Winkelzug der UniCredit langfristig zum Scheitern verurteilt sei. „Wir sind für jede weitere Eskalation juristisch bestens gerüstet. Dennoch erwarte ich, dass die UniCredit bei Zeiten zur Räson kommt und erkennt, dass gerade in Zeiten wie diesen, die Prioritäten ganz besonders bei den Kunden liegen sollten und jedenfalls nicht im Gerichtssaal“, erklärt Stockbauer abschließend. 

Mit Ende der HV schied Gregor Hofstätter-Pobst ebenso wie Karl Samstag aus dem Aufsichtsrat der BKS Bank aus. An ihrer Stelle neu gewählt wurden Susanne  Kalss und Hannes Bogner, Klaus Wallner wurde wiedergewählt. 

Mit Susanne Kalss zieht eine ausgewiesene und weithin anerkannte Rechtsexpertin in den Aufsichtsrat ein. Sie ist  Universitätsprofessorin für Zivil- und Unternehmensrecht an der Wirtschaftsuniversität Wien sowie Vorständin des Instituts für Unternehmensrecht. Hannes Bogner war in seiner beruflichen Laufbahn unter anderem Mitglied des Holdingvorstands der UNIQA Insurance Group AG. Durch die Neuwahlen bzw. Wiederwahl erhöht sich der Frauenanteil im Aufsichtsrat der BKS Bank weiter. Er beträgt nun 42,9 % und liegt damit deutlich über der gesetzlich geforderten Quote von 30 %.