Die menschliche Firewall und ihre Löcher

28.09.2018

16.804 Anzeigen gingen 2017 bei der Polizei zu Cybercrime ein. BKS Bank-Gäste erfuhren von Cybersecurity-Experten Cem Karakaya, Oberst Gottlieb Türk und BKS Bank-Vorstandsdirektor Dieter Krassnitzer, auf pointierte Weise wie Sie sich vor Angriffen aus dem Internet schützen können.

Oberst Gottlieb Türk, Vorstandsdirektor Dieter Krassnitzer (v.l.) und Cybersecurity-Experte Cem Karakaya informierten 140 Gäste, wie man sich vor Cybercrime schützt

Oberst Gottlieb Türk, Vorstandsdirektor Dieter Krassnitzer (v.l.)  und Cybersecurity-Experte Cem Karakaya informierten 140 Gäste, wie man sich vor Cybercrime schützt.

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„Unser Leben und damit auch das Bankgeschäft wird von Tag zu Tag digitaler. Als Bank investieren wir sehr viel, um die Daten unserer Kunden sicher zu halten. Wir wollen zudem dazu beitragen, dass unsere Kunden und Mitarbeiter wissen, wie Sie sich selbst vor Cybercrime schützen können. Daher laden wir immer wieder zu Vorträgen mit Experten ein“, erzählt BKS Bank-Vorstandsdirektor Dieter Krassnitzer die Intention hinter der Veranstaltung.

Kein Update für menschliche Faulheit

„Die menschliche Faulheit gewinnt immer, denn dafür gibt es kein Update“, subsumiert Cybersecurity Experte Cem Karakaya, dass viel Kriminalität im Internet erst durch menschliche Nachlässigkeit möglich wird. Sprich, indem man kein Virenschutzprogramm installiert hat, seine Apps bzw. das Betriebssystem am Smartphone nicht updatet oder im Internet allzu sorglos seine Daten preisgibt, und nicht darauf achtet, wofür sie dann verwendet werden dürfen. „Die größte Lüge im Internet ist: Ich habe die Allgemeinen Geschäftsbedingungen gelesen“, so Karakaya. Als praktisches Beispiel nennt er eine Taschenlampen-App, die die gesamte Browser-Historie des Nutzers an den App-Betreiber schickt.

Von Viren und Trojanern

Er rät auch, sich vor erotischen Seiten und illegalen Streamingdiensten zu hüten: „80% aller Viren und Trojaner kommen von diesen Seiten. Wenn dies gelingt, können die Täter nicht nur Ihren Rechner ausspionieren, sondern ihn auch für Angriffe auf andere nutzen. Damit werden Sie – ohne dass Sie es wissen – vom Täter zum Opfer. Wenn die Polizei dies aufdeckt, müssen Sie nachweisen, dass die kriminellen Handlungen nicht von Ihnen begangen wurden. Viel Spaß dabei.“

Die Abzocke mit der großen Liebe

Auch Oberst Türk, Leiter des Landeskriminalamtes Kärnten, zeigt auf, dass Gutgläubigkeit, Vertrauenseeligkeit und der Glaube an die große Liebe Menschen oft zu Opfern von Internetkriminalität werden lassen. „Wir haben immer wieder Fälle, wo Männer oder Frauen hohe Geldbeträge an die vermeintlich große Liebe in weit entfernten Ländern überweisen. Dabei existiert diese Person gar nicht“, erzählt Türk. Er warnt auch davor, seine Zugangsdaten zum Online-Banking aus der Hand zu geben: „Keine Bank der Welt wird per E-Mail oder Telefon Ihre Zugangsdaten oder Kontodaten überprüfen. Bitte werden Sie bei solchen Anfragen misstrauisch“, so Türk.

Im Fall des Falles: Alles dokumentieren

Für den Fall des Falles, dass man selbst Opfer wurde rät er: „Melden Sie den Vorfall so rasch wie möglich der Polizei. Löschen Sie auf keinen Fall die Daten wie E-Mail, Erpressungsschreiben etc. Machen Sie wenn möglich Screenshots. Dokumentieren Sie Zeit, Ort und Art des Vorfalls. Dies alles hilft der Polizei bei den Ermittlungen.“

Foto (Caroline Knauder, honorarfrei abdruckbar):

Oberst Gottlieb Türk, Vorstandsdirektor Dieter Krassnitzer (v.l.)  und Cybersecurity-Experte Cem Karakaya informierten 140 Gäste, wie man sich vor Cybercrime schützt