Wissenswertes rund ums Finanzieren

Unter einem Kredit versteht man allgemein die Zurverfügungstellung von Bargeld, Buchgeld oder Sachleistungen durch den Kreditgeber an den Kreditnehmer. Der Überlassungszeitraum des Geldes oder der Sachleistung ist dabei befristet. Der Kreditnehmer verpflichtet sich zur Rückzahlung und häufig auch zur Zahlung von Zinsen. Kreditgeber wird meistens eine Bank sein, aber auch Kredite zwischen Privatpersonen (z.B. Geld, das Eltern ihren Kindern leihen) sind üblich.

Nur wenn der Kreditgeber davon ausgehen kann, dass der Kreditnehmer das Geld wieder zurückzahlt, vergibt er einen Kredit. Dafür prüft die Bank die Kreditfähigkeit und Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers. Als Entscheidungskriterien werden üblicherweise die Bonität des Kunden und die angebotenen Sicherheiten herangezogen.

Mit Bonität meint die Bank die finanzielle Kraft des Kreditnehmers (z.B. welches Einkommen sowie Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten man hat).

Bei den Sicherheiten unterscheidet man grundsätzlich zwei Arten: persönliche Sicherheiten und Sachsicherheiten. Bei der Vereinbarung von persönlichen Sicherheiten haftet der Kreditnehmer, ein Mitschuldner oder ein Bürge für die Zahlung. Sachsicherheiten werden bei Zahlungsausfall von der Bank zur Tilgung der Schulden verwendet. Dabei kann es sich um Immobilien, Autos, Versicherungen oder auch um das Gehalt handeln.

Die Kreditrate hängt vom Kreditbetrag, dem Zinssatz und der Laufzeit in Monaten ab. Je länger die Laufzeit und je besser die Bonität, desto niedriger ist die Kreditrate.

Wenn der Leitzins von der Europäischen Zentralbank gehoben wird, kann es zu einem Anstieg der Kreditzinsen kommen. Das gilt aber auch umgekehrt. Durch die derzeit niedrigen Zinsen ergibt sich ein Vorteil für diejenigen, die gerade eine Finanzierung durch einen Kredit benötigen.

Um zu berechnen, welche monatliche Kreditrate man sich leisten kann, lohnt sich ein Blick auf die Haushaltsrechnung. Hier werden Einnahmen und Ausgaben gegenübergestellt, außerdem sollte man nicht die Ausgaben vergessen, die einmal oder mehrmals im Jahr anfallen. Zudem sollte man ein Sicherheitspolster einplanen, um sich bei unvorhergesehenen Belastungen nicht zu verschulden.

Wer eine Bürgschaft übernimmt, haftet im Fall einer Zahlungsunfähigkeit des Kreditnehmers mit seinem eigenen Geld über den noch ausstehenden Kreditbetrag. Bei der sogenannten Solidarhaftung können bei Zahlungsunfähigkeit des Hauptschuldners die Schulden auch ohne Mahnung vom Bürgen einbezogen werden. Bei einer Ausfallbürgschaft wird der Bürge erst nach erfolgloser Exekutionsführung des Hauptschuldners belastet.

Bei einer Hypothek stellt der Kreditnehmer ein Haus, eine Grundstück etc. als Sicherheit. Der Anspruch der Bank auf einen gewissen Anteil des Wertes des Hauses oder Grundstückes wird im Grundbuch eingetragen.

Sobald Sie merken, dass Sie Ihre Kreditrate nicht zurückzahlen können, sollten Sie mit Ihrem Bankberater sprechen. Er wird versuchen, mit Ihnen gemeinsam eine Lösung zu finden (z.B. geringere Raten, dafür eine längere Kreditlaufzeit etc.), damit Sie den Kredit abzahlen können. Wenn es keine andere Möglichkeit mehr gibt, wird die Bank auf die von Ihnen gestellten Sicherheiten zurückgreifen.

Ein Darlehen ist ein schuldrechtlicher Vertrag zwischen einem Darlehensgeber und einem Darlehensnehmer, bei dem der Darlehensgeber dem Nehmer Geld oder vertretbare Sachen zur Nutzung überlässt. Diese Nutzung ist jedoch nur vorübergehend, und zwar für die Zeitspanne, welche im Darlehensvertrag vereinbart worden ist. Gemäß diesem Vertrag verpflichtet sich der Darlehensnehmer, den geschuldeten Betrag oder eine gleichwertige Sache zurückzuzahlen. Dafür erhält der Darlehensnehmer neben dem Geld beziehungsweise der vertretbaren Sache auch die sogenannte Darlehensvaluta, welche ihm das Recht gibt, mit den Sachen nach eigenem Belieben zu verfahren. Bekanntestes Beispiel für Darlehen sind die Bauspardarlehen.

Im allgemeinen Sprachgebrauch werden die Begriffe Kredit und Darlehen oft gleich verwendet. Es gibt aber doch ein paar Unterschiede. Der Kredit ist wieder ausnutzbar und die bestehenden Sicherheiten können wieder verwendet werden. Beim Darlehen ist keine Wiederausnutzbarkeit gegeben und die Sicherheiten sind nur für das konkrete Darlehen verwendbar (Darlehenshypothek).

Leasing ist ein Finanzierungsgeschäft, das die zeitlich befristete Nutzungsüberlassung von Investitionsgütern gegen Entgelt zum Inhalt hat.

Der Unterschied zwischen Kredit und Leasing ist das Eigentumsverhältnis, nämlich, dass der Gegenstand bei einem Kredit dem Konsumenten auch wirklich gehört und der Eigentumserwerb im Vordergrund steht, während er beim Leasing dem Leasingnehmer gegen eine Gebühr zur Benützung überlassen wird.

Auch bei Leasing-Verträgen besteht ein Risiko der Überschuldung, wenn die Raten nicht mehr gezahlt werden können. Dabei erfolgt als erster Schritt der Verlust des Leasinggegenstands. Wenn der Leasingnehmer mit zwei aufeinanderfolgenden Raten in Verzug ist, hat der Leasinggeber das Recht zur Kündigung. In diesem Fall ist der Leasingnehmer zu einer Abschlusszahlung verpflichtet, die meist dem Restwert des Gegenstandes entspricht. So kann, wenn beispielsweise Arbeitslosigkeit hinzukommt, auch eine Überschuldung entstehen.

Auch beim Leasing handelt es sich um eine Art der Verschuldung.

Sobald Sie einen Kredit aufnehmen und dadurch einen Gläubiger bekommen, spricht man von einer Verschuldung. Dabei ist die Finanzierung des Lebensunterhalts nicht gefährdet, da Ihr Einkommen ausreicht, um auch die Raten regelmäßig bezahlen zu können.

Wenn die Verschuldung ein Ausmaß erreicht, in dem die monatlichen Raten nicht mehr aufgebracht werden können, spricht man von Überschuldung. Hierbei müssen umgehend Maßnahmen zur Schuldenregulierung gesetzt werden, um einen sozialen Abstieg und Mahnverfahren oder Zwangsvollstreckungen zu verhindern. Es empfiehlt sich, so früh wie möglich mit der Bank Kontakt aufzunehmen bzw. eine Beratungsstelle für Schuldner aufzusuchen, die bei der Erstellung eines Schuldentilgungsplans behilflich ist.

Nach einer Studie des Statistischen Bundesamtes Wiesbaden ist der häufigste Grund für Überschuldung der Verlust des Arbeitsplatzes. Danach folgen die Trennung vom Partner, Erkrankungen, unwirtschaftliche Haushaltsführung und gescheiterte Selbstständigkeit. Für junge Erwachsene sind die Hauptgründe für eine Überschuldung oftmals der Kauf technischer Geräte oder Autos. (Quelle: GfK) Auch Verträge für Mobiltelefone und Internetnutzung oder Kreditkartennutzung, Online-Shopping sowie Ratenkäufe sind verantwortlich für die Entstehung von Schulden.

Bei Zahlungsunfähigkeit kann es zu einer Lohnpfändung kommen, diese wird über einen Antrag des Gläubigers vom zuständigen Bezirksgericht bewilligt. Da das Gehalt grundsätzlich nur beschränkt pfändbar ist, muss dem Arbeitnehmer ein Existenzminimum verbleiben. Dieses wird vom Arbeitgeber ermittelt und der pfändbare Betrag so lange an den Gläubiger überwiesen, bis die Schuld getilgt wird.

Fundierte Informationen und Beratungen rund um das Thema Schulden erhalten Sie unter www.schuldnerberatung.at

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