Wie viel Taschengeld ist richtig?

Taschengeld ja oder nein? Und wenn ja, wie viel? Dies sind Fragen, die sich viele Eltern auch heuer zum Schulstart wieder stellen. Wir haben dazu Andreas Berghold, Filialleiter in Gleisdorf, gefragt. Der Finanzexperte ist selbst Vater zweier Kinder.

1. Herr Berghold, viele Eltern stellen sich die Frage, ob Kinder überhaupt Taschengeld brauchen. Was meinen Sie?

Heutzutage ist es sehr wichtig, den Kindern Taschengeld zu geben. Es hat nichts mit „Brauchen – oder Nicht-Brauchen“ zu tun. Die Kinder werden immer selbständiger, sie fahren selber mit öffentlichen Verkehrsmittel in die Schule bzw. nach Hause. Es ist heute, meiner Meinung nach unerlässlich, kein Kind ohne „ein-zwei-Euro“ herumlaufen zu lassen. Denn es kann immer wieder der Fall auftreten, dass Kinder plötzlich einen kleinen Betrag benötigen

2. Gibt es Richtwerte, wie viel Taschengeld ein Kind in welchem Alter bekommen sollte?

Es gibt Richtwerte, die vom Alter des Kindes abhängen. Kinder im Alter von 6-10 Jahren können 0,50 bis 3,- EUR erhalten. Der Richtwert für 10-14 Jährige liegt zwischen 8,- bis 20,- EUR und für Jugendliche im Alter von 14-18 Jahren zwischen 18,- bis 60,- EUR.

3. Soll man dem Kind das Taschengeld eher wöchentlich oder monatlich geben? Wie schaut das bei ihren Kindern aus?

Unbedingt wöchentlich am Beginn der Taschengeld Phase weil das ein Zeitraum ist der für die Kinder in diesem Alter überschaubar ist.

4. Die BKS Bank bietet ein Taschengeldkonto für 10- bis 14jährige Kinder an. Benötigt ein Kind wirklich schon ein Konto?

Aus meiner Sicht sollte jedes Kind ab 10 Jahren ein Taschengeldkonto besitzen. Kinder sollten im Kindesalter schon lernen, mit Geld umzugehen. Leider gibt es sehr viele Jugendliche, die heutzutage in der Schuldenfalle stecken. Es ist sehr wichtig, den Kindern zu zeigen, dass wenn es kein Geld mehr am Konto ist, es auch nichts zum Ausgeben gibt.

5. So manche Eltern kennen auch diese Situation: Kaum ist das Taschengeld überreicht, ist es auch schon verbraucht und das Kind bittet um mehr. Ist es ratsam, dem Kind außertourlich noch was zu geben?

Nein, ich finde das nicht richtig. Sobald das Geld aus ist am Konto, muss das Kind auf den kommenden Monat warten. Das ist auch mit dem Kind so zu kommunizieren. Wir Erwachsene müssen auch jeden Monat auf unser Gehalt warten.

6. Abschließend noch eine Frage: Haben auch Sie als Kind Taschengeld bekommen?

Ich hatte das Glück ja. Meine beiden Omas waren da die Sponsoren. Einerseits wenn ich bei Ihnen im Haushalt bzw. Garten geholfen habe und andererseits bei Besuchen bei uns. Ich war immer ganz stolz wenn die Sparbüchse nicht geraschelt hat sprich Papier Geld im Schwein war.